Don't judge a book by its cover

"Mit dem Hund sehen Sie gleich viel sympatischer aus!" na aber vielen Dank doch -.- Eben jenen Satz wirft mir, wohl gut gemeint, eine ältere Dame weit jenseits der 70 entgegen als ich, und mein Hund, durch die überfüllte Innenstadt streifen. Anlass der Menschenmenge ist die Anwesenheit unserer Kanzlerin in der Fördestadt. Und offensichtlich seh ich heute viel sympatischer aus als sonst, dank meinem Accessoire Hund. Ich gebe ja zu, dass ich bestimmt nicht der massenkonformste Mensch bin mit meinen schwarzen Klamotten, der Lederjacke, den Piercings im Gesicht und dem offensichtlichen undercut. Aber bei all den Dingen hätte ich doch nie gedacht, dass das sympatischste an mir mein Hund ist. Irgendwie ernüchternd. Klassisch gesagt erwartet man immer, dass das eigene Lächeln freundlich wirkt. Oder die Augen sympatisch strahlen. Aber dann wiederum ist der Hund ja auch viel größer und schneller zu bemerken... da kann ich den sicherlich visuell angeschlagenen Damen ja nicht verübeln den Hund als Sympathieträger auserkoren zu haben. Und dann auf der anderen Seite... is das nicht eigentlich das was ich wollte? NICHT von allen Menschen als Grundsympatisch angesehen zu werden, sondern bei kennenlernen durch innere Werte und versteckte Eigenschaften zu Punkten? Booya ich bin tätowiert und gepierct und den Schädel hab ich mir auch rasiert und TROTZDEM bin ich Akademiker?!...war nicht eigentlich mein Ziel mit Vorurteilen und Stereotypen zu spielen? Irgendwie doch schon. Und irgendwie war es auch ironisch. Ganz schließlich wurde ich (so ganz in schwarz) als suspekt und unsympatisch abgespeichert...auf einer Veranstaltung unserer CDU...den schwarzen. Na da lässt die Ironie doch mit Kusshand grüßen.

1.5.12 20:45

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